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Praxisführung und Corona-Quarantäne



Vertretung oder doch Home-Office?

Bei einem positiven Corona-Test im Team entscheidet das zuständige Gesundheitsamt, wie weiter zu verfahren ist: Von einer kompletten Praxisschließung über eine reduzierte Praxistätigkeit mit nicht-infizierten Mitarbeitern und Ärzten, der Beratung der Patienten aus dem Home-Office mithilfe digitaler Anwendungen oder einem Betrieb mit Vertretungsregelungen wie während der Urlaubszeit ist alles möglich.

Es gilt: sich rechtzeitig vorbereiten

Gesundheitsämter entscheiden von Fall zu Fall. Deswegen können sich Quarantäneregeln voneinander unterscheiden. Es ist wichtig, sich darüber im Klaren zu sein, dass angeordnete Quarantänen sofort in Kraft treten. Für den positiv Getesteten bedeutet dies: Er darf nach der Anordnung nicht mehr in die Praxis – auch nicht kurz, um noch ein paar wichtige Punkte zu regeln.

Daher ist es ratsam, sich auf jeden erdenklichen Fall vorzubereiten und wichtige Dinge bereits im Vorfeld zu klären:

  • Organisation einer Vertretung und wer diese im Falle einer Quarantäne benachrichtigt.

  • Vorbereiten der Patienteninfo, zum Beispiel einen Praxisaushang, Besprechen des Anrufbeantworters oder Benachrichtigen der lokalen Presse.

  • Erfassen der Kontaktdaten aller Mitarbeiter, um diese bei Bedarf schnellstmöglich kontaktieren zu können.

  • Information ggf. der Kreisärzteschaft, der umliegenden Kollegen, der örtlichen Apotheke, Pflegeheime etc.

  • Regeln, wer sich während der Quarantäne um die Post kümmert, ob Zeitschriften oder Laborfahrer abbestellt werden müssen oder welche Lieferungen erwartet werden.

  • Umgang mit Dauerrezepten und Rezeptbestellungen, falls die medizinischen Fachangestellten weiterarbeiten dürfen bzw. Videosprechstunden angeboten werden.

Videosprechstunden aus dem Home-Office

Wer während der Quarantäne auf digitale Anwendungen wie Videosprechstunden zurückgreifen möchte, benötigt in seiner Wohnung:

  • einen internetfähigen Laptop oder Desktop-PC

  • einen Bildschirm mit Kamera, Mikrofon und Lautsprecher

  • einen stabilen Internetzugang

  • sowie einen Videodienstanbieter, der den sicheren technischen Ablauf garantiert

Schriftliche Einverständniserklärungen des Patienten sind im Normalfall nicht notwendig, denn bei der Registrierung gibt der Patient bereits eine digitale Einverständniserklärung ab.

Entschädigungen für Verdienstausfall und Betriebsausgaben

Bei einer Quarantäne oder einer Praxisschließung aus infektionsschutzrechtlichen Gründen gehen die Einnahmen gegen Null. Die regelmäßigen Ausgaben, wie Gehälter oder Miete, setzen jedoch nicht einfach aus – sie laufen vielmehr weiter. Hiervon betroffene Ärzte haben Anspruch auf Entschädigung, deren Höhe sich nach dem Verdienstausfall richtet (§ 15 SGB IV). Anlaufstelle für Informationen ist die zuständige Behörde.

Übrigens: Auch Sozialversicherungsbeiträge können geltend gemacht werden. Die Betriebsausgaben kann der Praxisinhaber „in angemessenem Umfang“ ebenfalls geltend machen (§ 56 Abs. 4 Infektionsschutzgesetz).

Eventuell rentiert sich auch eine Praxisausfallversicherung, die bei Krankheit oder Quarantäne die fortlaufenden Betriebskosten übernimmt. Allerdings sollte Inhabern bewusst sein, dass – sobald die Versicherung die Betriebskosten erstattet – die Ausgaben nicht mehr beim Land geltend gemacht werden können. Zudem zahlen Praxisausfallversicherungen nicht, wenn die Praxis trotz Quarantäne des Praxisinhabers nicht geschlossen wird.

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